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HAPPY NEW YEAR FROM THE LOBSTERS!

Andere essen Lobster an Silvester! We are the Lobsters! Du denkst jetzt: Hä? Wir auch! Wer Silvester in St Ives verbringt, geht mit der Buchung automatisch ein Commitment ein: Teilnahme an einer der grössten Silvesterpartys Grossbritanniens. Dressed up aka verkleidet, versteht sich! Alles andere wäre schlicht unangebracht. Dann ist da auch noch ganz viel Sonnenschein, weitere Drohnenbilder, ein Baby Seal und zwei Egg Baps mit Kaffee! Goodbye 2025, hello 2026!

Bevor wir uns aber in die komplette Eskalation stürzen, geniessen wir nochmals Sonne satt. Die Ferien sind fast vorbei aber eben nur fast. Auch heute werden wir mit rund 6 Sonnenstunden verwöhnt. Das alte Jahr zeigt sich nochmals von seiner allerbesten Seite. Wir sind einfach Glückspilze!

 

Wir sind zu Fuss unterwegs, lassen die Drohne steigen und landen schliesslich auf meiner absoluten Lieblingsbank am Portgwidden Beach. Der Strand wird auch «the family beach» genannt: eine kleine Bucht, übersichtlich und perfekt geschützt. Als ich vor ein paar Jahren vier Wochen alleine in St Ives war, sass ich hier fast täglich, mal kurz, mal länger. Die Ausrichtung zur Sonne ist am Vormittag unschlagbar. Viele meiner Skizzen sind genau hier entstanden. Und etwa 40 Meter von der Bank entfernt gibt’s auch noch Frühstück to go, falls der Hunger zuschlägt.

 

Heute schlägt er zu. Und wie. Als der kleine Kiosk endlich um 10 Uhr öffnet, sind wir schon fast zwei Stunden unterwegs. Zwei Egg Baps und zwei Kaffees später ist die Welt wieder in Ordnung. Kaum sind wir fertig mit Essen, positioniert sich ein Herr mit Fernglas, Kamera und offiziell aussehender Weste nur wenige Meter neben uns. Er weist Fussgänger auf alternative Wege hin. Ein Rettungseinsatz läuft. Ein Baby-Seehund! Allein, untergewichtig, die Mutter nirgends in Sicht. Kurz darauf treffen zwei Mitglieder der "British Divers Marine Life Rescue ein", eine davon Tierärztin. Eigentlich würden wir gerne bleiben, bis der Kleine gerettet ist, aber der Einsatz zieht sich. Good luck, Kleiner! 2026 wird dein Jahr!

 

Am Abend steht Late Dinner im Firehouse an. Davor tauchen wir ein erstes Mal ins Getümmel ein und damit in die drittgrösste Silvesterparty Grossbritanniens (nur London und Edinburgh sind grösser). Rund 40’000 Menschen feiern heute Abend gemeinsam rund ums Hafenbecken. Und ja, natürlich sind wir verkleidet. Und ja, natürlich thematisch passend: We are the Lobsters! Noch gestern Abend haben wir den letzten Schliff an den Kostümen gemacht. Und ich habe tatsächlich meine Näh-Skills aus der dritten Oberstufe reaktiviert! Mich dünkt, ich habe früher das Nadelöhr beim Einfädeln auch schon besser gesehen. Täuscht aber vermutlich, früher war ja nicht alles besser!

 

Unser Zusammenfassung nach nur 40 Minuten zu Fuss in Town:

  • 5× Fist Bump, davon 2× mit anderen Crabs (aka Familienmitglieder)
  • 4× „Oh look, lobsters - lovely!“
  • Ein Teenager mit High Five: „You’re sick lobsters, I love that!“
  • Umkreist von einer Horde hungriger Möwen, die uns ernsthaft anknabbern wollten!  Creepy!
  • Der König von England läuft mit Krone und Gefolge vorbei, die ganze Gasse stimmt geschlossen «God Save the King» an
  • Mehrere Warnungen vor Seafood-Restaurants; als Lobster nicht ganz ungefährlich
  • Hey guys, I love your food!
  • Die Polizei hebt ein Alkohol-Versteck von Teenagern "not legal drinkers" aus: Flaschen im öffentlichen Abfalleimer. Alle stehen super unbeteiligt da aber sie wurden offiziell ausgedribbelt!

Die Stimmung ist fantastisch. Alle sind super chatty, gut gelaunt und respektvoll. Die Kostüme sind ein Highlight, es macht einfach riesig Spass. Das hätte ich nicht gedacht, ich hasse eigentlich Verkleiden! Die Cocktails im Firehouse sind absolut weltklasse, das Essen fein, fällt im Vergleich zu allem, was wir hier bisher hatten, aber leicht ab. Es ist hier aber auch der Teufel los, Küche und Service ackern im Akkord! Selbstverständlich ist auch die Restaurant Crew verkleidet!

 

Nach dem Dinner geht’s nochmals kurz zurück in die Wohnung: mehr Kleider-Layers. Das Kostüm fühlt sich inzwischen an, wie eine Presswurst, aber tatsächlich passt nebst Merino-something nochmals eine Faserpelzjacke drunter. Zum Glück. Es ist sehr kalt und der Wind bissig. Und trotzdem laufen Leute in kurzen Hosen und T-Shirt herum. The Brits are made different.

 

Richtung bestimmen? Zwecklos. Wir lassen uns treiben, mit allen 39’998 anderen. Dann: Jahreswechsel. Rund ums Hafenbecken. Erst jetzt wird uns bewusst, wie viele Menschen das wirklich sind. Gemeinsames Countdown-Rückwärtszählen und dann ein Feuerwerk, das absolutes Weltklasse-Niveau hat. Meine Güte! Sowas haben wir noch nie gesehen. Nicht einmal in den USA. Es fühlt sich an, als stünden wir alle mittendrin.

 

HAPPY NEW YEAR! St Ives we loooooove you!  🦞✨

 

 

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