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Elphi is very extra - und das ist gut so!

Nach dem Frühstück schmieren wir uns eine ordentliche Schicht Sonnenschutz ins Gesicht. Heute ist von früh bis spät Sonne angesagt, perfekte Voraussetzungen für das, was Touristen halt so machen: Sightseeing. Das Tenü-Zwiebelschalen-Prinzip lässt sich hier gerade auf höchstem Niveau perfektionieren. Als wir loslaufen, sind es noch frische 6 Grad, am Nachmittag dann 15 - gefühlt eher 18. Hamburg zeigt sich von seiner besten Seite.

Unser erstes Ziel: die Landungsbrücken. Ein perfekter Ort zum Flanieren und Zeitvertrödeln, bis wir später «Elphi» treffen. Die rund 700 Meter lange, schwimmende Anlegestelle hebt und senkt sich mit der Tide und ist Ausgangspunkt für Hafenrundfahrten, Fähren und alles, was sonst noch so durchs Wasser schippert.

 

Die Stadt ist voller gutgelaunter Menschen. Auffällig viele sprechen badischen Dialekt und tragen SC Freiburg-Trikots. Ein kurzer Google-Check bestätigt den Verdacht: Freiburg spielt heute gegen den FC St. Pauli. Das erklärt einiges. Genug geflaniert, wir haben einen Termin.

 

Die stolze Dame hat sich vom teuersten Bau-Debakel Deutschlands zu einem der wichtigsten Wahrzeichen Europas gemausert. Die Elbphilharmonie, aka Elphi, thront am äussersten Zipfel der HafenCity auf dem Fundament eines alten Speichers. Dieser wurde zu Baubeginn ausgehöhlt und beherbergt heute die, sagen wir mal, ziemlich spektakuläre Parkgarage. Obendrauf wurde dann fleissig draufgepackt: mehr, noch mehr, schöner, exklusiver, massgefertigter. Das ursprüngliche Budget? Am Ende um das Elffache überschritten. Der finale Preis: stolze 866 Millionen Euro.

Wir haben Tickets für die Plaza, die Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe. Darüber erhebt sich der ikonische Aufbau mit seinen knapp 6'000 weisslichen Aluminium-Elementen, die an Wellen erinnern. Doch schon der Weg dorthin ist ein Erlebnis: eine 83 Meter lange Rolltreppe, die steil beginnt und zum Schluss so flach wird, dass die Stufen beinahe verschwinden.

Es ist Sonntag, entsprechend viel los. Menschen schlängeln sich durch die teils engen Passagen, meine Höhenangst kommt ab und zu aus der Deckung raus. H-P hingegen ist voll in seinem Element und positioniert sich für Fotos ganz vorne am Abgrund. Ich schaue lieber kurz weg.

Später zieht es uns weiter in die Stadt hinein. Mein Magen meldet sich inzwischen ziemlich deutlich und zwar in der Kategorie «Löwe im Bauch». We love Tacos. Und ja, wir sind in Hamburg und nicht in TJ, aber wenn meine Taco-Spürnase einmal eine Fährte aufgenommen hat, gibt es kein Zurück mehr. Es ist Taco Sunday im Chango und wir fühlen uns in der Cantina Mexicana sofort wie zuhause. Tres tacos y una Corona para los dos, por favor. Ay caramba, was für ein Gaumenschmaus! 

 

Mit happy tummy laufen wir weiter, kreuz und quer durch die Strassen. Die Zeit vergeht wie im Flug, und langsam melden sich auch Beine und Füsse zu Wort. Und dann stehen wir plötzlich vor dem Café Johanna. DEM Insider-Tipp, den mir Mutlu (danke schön!)  an meinem zweitletzten Arbeitstag noch per WhatsApp geschickt hat. Vorbeilaufen? Keine Chance.

 

Das Lokal ist eine Mischung aus Eleganz, Coolness und Patisserie-Perfektion. Ein kleines Confiserie-Paradies. Einen Tisch bekommen wir ohne Reservierung leider nicht. Sonntag ist hier der Peak-Tag. Aber «to go» geht immer. Also stehen wir vor der Vitrine und drücken uns (fast) die Nasen platt. Unsere Auswahl wird mit viel Liebe und Stil verpackt. Fast schon zu schön, um sie zu essen. Auf dem Rückweg tragen wir die Box wie rohe Eier nach Hause, nur kein Risiko eingehen.

 

Zurück in unserer Base: eine Tasse SANOVA-Tee, diese Next-Level-Kunstwerke von Törtchen und der Blick vom Balkon. Ganz ehrlich: absoluter Superknüller.

Ach ja; Abendessen fällt heute aus, der Löwe ist besänftigt. 

A

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