Die letzten beiden Tage? Sagen wir mal so: wettertechnisch eher Kategorie „durchzogen“. Sturmböen mit bis zu 90 km/h fegen durch die City, und es ist plötzlich so richtig fresh geworden. Aber wir haben gelernt: Sich über das Wetter beschweren gehört zu den sieben Dingen, die man in Hamburg besser sein lässt. Also ignorieren wir Petrus’ Kapriolen, zurren Rucksäcke und Kapuzen fest und stürzen uns ins Abenteuer, hier ein Überblick!
Wetterwechsel kennen wir ja, Cornwall lässt grüssen. Aber was hier gerade abgeht, spielt in einer eigenen Liga. Eine absolut wahrheitsgetreue Chronologie gefällig?
08:30 Uhr: Sonnenschein
08:32 Uhr: Starkregen
08:39 Uhr: Sonnenschein mit leichtem Regen
08:45 Uhr: Hagel
08:49 Uhr: Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, fliegt quer durch die City
Das läuft so den ganzen Tag, in leicht abgeänderter Reihenfolge!
Wir sind zu Fuss unterwegs und retten uns gerade noch rechtzeitig ins Café Campus Suite, bevor draussen der Sturm richtig loslegt. Und dann dieser Duft! Die backen hier selbst. Also: Käffchen und ein „Dingens“ bitte. Während wir noch geniessen, wird vis-à-vis eine riesige Tafel auf die Strasse geschleudert und die Fusgänger fast umgepustet. Hamburg, du lieferst in allen Belangen!
Dann schmuggeln wir uns die Tage noch ins Deutsche Zollmuseum rein, dort ist es nämlich schön trocken. Damit sind wir einer Geschichte auf der Spur, die uns sonst nur bei der Rückreise aus dem Ausland in die Schweiz taxiert, nämlich mit dem Aspekt; «müssen wir verzollen oder nicht?». Sagen wir mal so: Eine Person unserer Reisegruppe taucht tief in die Geschichte ein und studiert begeistert die Details (oh cool, die Römer!). Die andere hat draussen das ausgemusterte Zollschiff gesehen und ist gedanklich noch irgendwo zwischen „Kann man da drauf?“ und „Wie komme ich da hin?“.
Fun Fact am Rande: Im Mittelalter gab es zwischen der Schweiz und Hamburg mindestens 40 Zollstellen. Bei jeder hiess es: schön brav bezahlen, sonst wird’s nix mit Weiterreisen. Ist Butter tatsächlich auch zum Schmuggeln geeignet?
Auch das Westfield Shopping Center nehmen wir unter die Lupe. Im April 2025 wurde hier das neue Überseequartier eröffnet, mit eigenem U-Bahn-Anschluss, über 40 Gastronomie-Konzepten, fast 200 Shops, Wohnungen, Kino und allem, was man sich sonst noch wünschen kann. Und das Ganze auch noch richtig stylisch und bis ins Detail durchdacht. Daumen hoch, da muss man hin!
Und dann gibt’s da noch eine Regel: Gibt es ein NENI Restaurant, gehen wir hin. Punkt. Gesetz ist Gesetz. Beim ausgedehnten Late Lunch gönnen wir uns Hummus, Babaganush, Ceviche und Co. einmal mehr absolut fantastisch.
An einem "was auch immer das für ein komischer Automat ist", lassen wir uns spontan für eine unüberlegte Investition von EUR 15 das Fach 111 öffnen. Darin verbirgt sich eine verpackte Überraschung. Das ist sozusagen die Selbstbedingungsvariante von Kindergeburtstags-Päckli-Fischä, bezahlt natürlich mit ApplePay. Vielleicht schreib ich dann später noch was drin war. Spoiler H-P hat nun darin seinen Marsch-Tee dabei!
Ach ja, und ganz nebenbei feiern wir auch noch unseren… lass mich kurz zählen… eins, drei, elf… swielbzähmten Hochzeitstag! :-) Geheiratet haben wir in Südafrika, also passt es perfekt, dass wir heute Abend ins Musical TARZAN gehen. Wer in Kapstadt dabei war, erinnert sich vielleicht an den Baboon, der unser Picknick plündern wollte. Gut möglich, dass genau dieser Kollege im Kongo Tarzan grossgezogen hat. Zugegeben, die Story ist etwas konstruiert aber hey, irgend eine Überleitung musste her.
Eine Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus gibt’s auch noch. Nett, aber nicht der absolute Burner. Viel spannender: mein persönlicher Ship-Spotting-Dienst aus der Wohnung heraus. Die App MarineTraffic saugt mir täglich zuverlässig den Akku vom iPhone leer.
Und zack! Schon sind wieder zwei Tage vorbei. Das geht hier alles eindeutig viel zu schnell.
A

























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