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HEADING TO THE SOUTH WEST

Der Wecker weckert am Freitagmorgen definitiv viel zu früh! Als mir aber klar wird, weshalb, bin ich natürlich sofort hellwach und springe voller Tatendrang aus dem Bett. Gut…das ist ehrlich gesagt leicht geblufft. Spätestens nachdem ich die Dusche mit etwas kaltem Wasser abschliesse, bin ich dann aber tatsächlich auf Empfang. H-P kurvt ebenfalls geschäftig durch die Wohnung und um Punkt 05:00 Uhr ziehen wir die Wohnungstüre hinter uns zu.

Papi wartet bereits mit offenem Kofferraum und laufendem Motor (nein, zweiteres natürlich nicht)  in der Tiefgarage und unser ganzes Bagasch passt problemlos rein; inklusive Kaffeemaschine, die uns mittlerweile auf fast jedem Trip begleitet. Prioritäten müssen schliesslich gesetzt werden. Einmal mehr danke Papi, dass Du für uns so frühl aufgestanden bist!

 

Wir fahren gerade Richtung Flughafen Zürich, als plötzlich alles steht. Drop-off-Stau. Und zwar richtig. Gefühlt halb Zürich will an diesem langen Weekend irgendwo hin. Die Ferien- und Kurztrip-Energie liegt förmlich in der Luft. Drinnen im Flughafen dann die Überraschung: verhältnismässig ruhig. Wir fragen uns kurz, wo all die Menschen aus dem Stau plötzlich geblieben sind. Uns soll’s recht sein, denn wir kommen so zügig durch Sicherheits- und Passkontrolle, dass es locker noch für ein Frühstück in der British Airways Lounge reicht.

 

Im Flieger füllen sich die Reihen Minüte für Minüte weiter und die Crew macht mindestens dreimal die Ansage, dass die Overhead Lockers ausschliesslich für grössere Gepäckstücke gedacht sind. Der Flug ist komplett ausgebucht und möglichst vieles soll unter den Vordersitz verstaut werden. In der Business Class haben wir genug Platz für unsere Sachen, direkt hinter uns startet allerdings ein regelrechter Luggage-War. Es wird derart hitzig, dass zwei Flugbegleiterinnen eingreifen und kurzerhand das Kommando übernehmen. Ein kleiner Rollkoffer nach dem anderen wird nach vorne verfrachtet und plötzlich werden sogar die Gepäckablagen der Business Class mitbenutzt. Als auch das nicht mehr reicht, wird kurzerhand Airline-Material umplatziert. Es ist 06:50 Uhr morgens und die Crew hat bereits einen halben Marathon hinter sich. Mein Tag wäre nach so einem Chaos am frühen Morgen vermutlich gelaufen aber die haben das Gepäck und die ungeduldigen Passagiere professionell in den Griff gekriegt.

 

Um 07:15 Uhr heben wir ab und ehrlich gesagt bekommen wir vom Flug gar nicht mehr so viel mit. Ich glaube, wir sind beide ziemlich schnell weggedöst.

Mit Sack und Pack lassen wir uns am LHR vom Avis-Büssli zur Mietwagenstation chauffieren und übernehmen dort unseren VW Polo. Wieso ein Polo? Nicht aktiv ausgewählt, sondern schlicht die Kategorie «kleinstes Auto mit Automatikgetriebe». Klein, weil die Strassen in Cornwall teilweise so eng sind, dass zwischen zwei kreuzenden Fahrzeugen gefühlt kaum mehr ein Blatt Papier passt. Und Automatik, weil der Linksverkehr auch mit Übung noch genügend Aufmerksamkeit verlangt.

 

Die knapp 400 Kilometer Richtung Südwesten schaffen wir in gut fünf Stunden. Dieses Mal fühlt sich die Fahrt allerdings deutlich anstrengender an als sonst. Wegen des Pfingstwochenendes ist viel mehr Verkehr unterwegs und draussen herrscht, genau wie zuhause, eine ziemliche Bullenhitze. Die Scheiben unseres Mietwagens haben gefühlt überhaupt keinen UV-Schutz und trotz voll aufgedrehter Klimaanlage ist es unangenehm warm im Auto und die Sonne brennt auf der Haut. Zweimal legen wir einen Halt ein, um etwas zu essen und einen kurzen Power-Nap einzulegen. Wer das noch nie ausprobiert hat: 20 Minuten dösen wirken Wunder. Danach fährt man gefühlt wie neugeboren weiter.

 

Je weiter wir Richtung South West kommen, desto trüber wird das Wetter. Hä? Hatte die BBC nicht grandioses Sommerwetter angekündigt? In St Ives ist alles komplett "packed" mit Besuchern. Wir sparen uns deshalb die Fahrt direkt durch die Fussgängerzone bis vor die Wohnung und parkieren stattdessen auf unserem separat gemieteten Parkplatz etwas ausserhalb. Also ziehen wir unsere Taschen den Hügel hinunter hinter uns her. Die Rollen rattern laut über den groben Asphalt und gefühlt jeder Zweite dreht sich nach uns um.

 

Während H-P nochmals den Hügel hochkraxelt, um den Rest zu holen, bleibe ich in der Wohnung on duty für die Lebensmittel-Lieferung von Sainsbury’s, die jeden Moment eintreffen soll.

 

Am Abend beginnt es zu regnen. Und ist das da draussen tatsächlich Nebel? Jep. Und zwar richtig dichter, KALT IST ES EBENFALLS! Der Nebel bleibt gleich den ganzen Samstag hängen und ist teilweise so massiv, dass wir nicht einmal mehr die rund 300 Meter entfernten Felsen am Rand «unseres» Strandes sehen können. Komplett surreal. Fast mehr Winterstimmung als Sommerferien.…und trotzdem ist es wunderschön hier. We're finally back!

 

A

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